Philipp Neri

Philipp Neri: Sein Humor, die liebenswürdige Art und seine Kompetenz in der geistlichen Begleitung machen ihn bekannt.

Filippo Neri steht in hohem Ansehen und zugleich heiterem Andenken; man wird erbaut und erfreut, wenn man von ihm und seiner hohen Gottesfurcht vernimmt, zugleich aber hört man auch von seiner guten Laune sehr viel erzählen.“
Johann Wolfgang Goethe, Italienische Reise, 26. Mai 1787

Gute Laune, Späße und Heiligkeit: Es sind die Kontraste, die Philipp Neri (1515-1595) zu einer faszinierenden Persönlichkeit machen. Die Zeitspanne seines Lebens umfasst 15 Pontifikate. In Rom wird der Petersdom gebaut und die Sixtinische Kapelle reich ausgemalt und verziert. Gleichzeitig ist die soziale Not in den Straßen Roms unübersehbar. Zunächst in seinem Zimmer, dann auf dem Dachboden der Kirche San Girolamo della Carità in Rom versammelt Philipp Neri jugendliche und erwachsene Menschen auf der Suche zu geistlichen Gesprächen und hebt damit die Oratoriumsbewegung aus der Taufe. Auf seinem Weg von Florenz nach Rom, das er bis zu seinem Tode nicht verließ, hatte er in Montecassino das vom Hl. Benedikt gegründeten Kloster kennen gelernt, in dem das Prinzip des Ora et Labora geboren wurde. Es dient Neri als Inspiration für sein Oratorium, in dem die jungen Mitglieder ebenfalls zum Lebensunterhalt durch eigene Arbeit beitragen müssen, sich aber nicht den starren Regeln eines Klosters unterwerfen.
Sein freier Glaube und seine spirituelle Ausstrahlung wachsen aus seelisch-aufrührenden Gebetserfahrungen, die ihn immer wieder in ein Wechselbad von Selbstzweifel und ekstatischer Gottverbundenheit versetzen. Weinen, Zittern, innere Hitze begleiten ihn ein Leben lang in diesen Augenblicken und bescheren ihm das Kopfschütteln der kritischen Zeitgenossen. Gleichzeitig gewinnt er mit seiner Clownerie die Herzen der Jugend und der einfachen Leute. Diese Späße sind mitunter deftiger Natur. Einmal heftet er sich Rüschen an sein Gewand, ein anderes Mal erscheint er zu einem Treffen nur halbseitig rasiert. Doch die Späße sind kein Selbstzweck: Heiligkeit soll nicht auffallen seine Überzeugung – Glaube und Freude gehören untrennbar zusammen. Sein Humor, die liebenswürdige Art und seine Kompetenz in der geistlichen Begleitung machen ihn bekannt.
Was im Oratorium Philipp Neris seinen Ursprung findet, soll sich im Philipp-Neri-Zentrum fortsetzen: Gemeinschaftlich leben, spirituelle Erfahrungen machen, musizieren, feiern, beten und die Sorgen und Nöte der Menschen im Umfeld nicht vergessen, sondern hierfür offen zu sein. Ein großer Anspruch an dem wir Tag für Tag arbeiten.

Mehr zur Arbeit des Philipp-Neri-Zentrums in einem Buchbeitrag von Felix Krebber zum Sammelband „St. Augustinus Gelsenkirchen – Schätze und Impulse aus den Kirchen einer Großstadtpfarrei“ (2009, Kunstverlag Josef Fink, 19,80 €, 127 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen).

Mehr zu Philipp Neri:
http://www.erzbistum-koeln.de/export/sites/erzbistum/seelsorge/berufederkirche/medien-materialien/handreichungen_pdf/handreichung_philipp_neri.pdf
http://stjosef.at/dokumente/philipp_neri.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Neri

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